Etappe 05 – Forchtenstein bis Kobersdorf

Am Tag der 5. Etappe bekamen wir von unserer lieben Gastgeberin bereits um 06:00 Uhr ein leckeres Frühstück. Sie gab uns auch gleich den Tipp für eine Abkürzung hinter dem Gasthaus über die wir wieder zum Wanderweg kamen. An diesem Morgen war es noch recht kühl, was genau Ares‘ Bedingungen waren.

Die schlimmste Erfahrung der ersten 7 Etappen

An diesem Tag stand uns eine kurze, wenig fordernde Etappe nach Kobersdorf vor uns. 18 Kilometer und eigentlich nur leicht fallend. Keine große Herausforderung. Doch die eigentliche Challenge kam schon früh am Morgen auf uns zu. Nämlich als Ares ca. sechs Meter vor uns anfing an einer riiiieeesigen Schlange zu schnüffeln. Diese zuckte sogleich zusammen und fauchte ihn an! Berni stand zum Glück mit der Leine in der Hand weiter hinten aber eher rechts vom Geschehen und konnte Ares so von der Schlange wegziehen. Denn Ares zeigte sich natürlich völlig unbeeindruckt von der Drohgebärde. War es immerhin seine erste Begegnung mit diesem Tier. Die Schlange machte sich dann gemächlich davon. Wir drei standen jedoch noch etwas länger wie angewachsen da und konnten nicht glauben was wir sahen. Man muss dazu sagen, dass Berni eine extreme Schlangenphobie hat und eine solche Begegnung beim Wandern immer fürchtet. Vor jeder Pause führt sie daher einen, wie Reini es sagt, „Feuertanz“ auf und trampelt am Pausenplatz herum, damit alle eventuell in der Nähe befindlichen Schlangen verschwinden. Übrigens handelte es sich um eine Äskulapnatter – ein besonders stolzes Exemplar wie unsere Recherche danach ergab.

Wunderschöne Landschaft

Immer noch unter Schock begann der einzige kleine aber heftige Aufstieg des Tages rauf aufs Rosaliagebirge. Im Ortsteil Forchtenstein/Rosalia gingen wir kurz der Straße entlang und bogen dann links in den Wald ein. Abgesehen von am Weg liegenden Reptilien war die erste Hälfte dieser Etappe landschaftlich sehr schön. Der Wald den wir durchschritten war lichtdurchflutet und nach ca. 8 Kilometer fanden wir ein wunderschönes Fleckchen für eine gemütliche Pause mit toller Aussicht. Vielleicht lag es auch daran, dass uns die Landschaft hier schon viel mehr an zuhause erinnert hat. Auf jeden Fall genossen wir diese Etappe sehr.

Zutritt verboten!

Nach dem Waldstück kommt man an einem Reithof vorbei bzw. man muss direkt durchgehen. Zumindest sagt das die Markierung des Wanderweges. Jedoch war der Weg kurz vor dem Reithof gepflastert mit „Zutritt verboten“-Schildern. Wie schon bei der ersten Etappe waren wir verunsichert, gingen aber dennoch durch, da es keine Ausweichmöglichkeit gab. Natürlich querten genau jetzt zwei Reiter mit ihren Pferden unseren Weg. Wir blieben mit gebührend Abstand zu den Pferden stehen und warteten bis die Reiter weg waren. Immerhin weiß man nicht, wie die Pferde auf unseren Hund reagieren.  Wie erwartet ging die Markierung gleich nach dem Reithof wieder weiter. Ganz offensichtlich geht der Wanderweg also hier durch, nur möchten sich die Besitzer des Hofes wohl absichern.

Besser als erwartet

Von nun an war die Etappe nicht mehr ganz so schön wie zu Beginn. Anfangs gingen wir noch ein kleines Stück im Wald neben der Straße aber bald mussten wir auf die Straße hinaus und auf dieser Straße war immer was los. Wir bogen gleich mal rechts ab und gingen von nun an parallel zur S31. Auf der Straße war es mit dem Hund wieder nicht lustig. Aber wir bogen dann zum Glück bald auf einen Feldweg ein. Von da an hatten wir wenig Schatten und die Temperaturen waren wieder ständig am Steigen. Wir machten einfach wieder mehrere kleine Pausen und kühlten Ares ab in dem wir sein Fell etwas nass machten. Wir haben von dieser Etappe nicht viel erwartet, da wir wussten, dass wir am Schluss ca. eine Stunde immer parallel zur Schnellstraße gingen. Der Weg neben der S31 war aber sehr schön und einzig der Verkehrslärm machte den Unterschied.

Interessante Ortschaft Kobersdorf

Allmählich tauchte unser Ziel Kobersdorf rechts vor uns auf, was immer ein schönes Gefühl ist. Wir bogen rechts ab und gingen in den Ort hinein. Kobersdorf ist ein besonders interessanter Ort (vor allem für Berni, die immer an der Geschichte Österreichs interessiert ist). Es steht eine alte Synagoge die als eine von wenigen in Österreich den zweiten Weltkrieg überlebt hat. Das Schloss Kobersdorf steht wunderschön in den Ort eingebettet. Auch eine Mineralwasserquelle hat Kobersdorf zu bieten. Die Firma „Waldquelle“ hat sich hier angesiedelt und schafft mit ihrer Abfüllanlage viele Arbeitsplätze. Unser Quartier befand sich in der Inselgasse gleich um die Ecke vom Schloss und gegenüber der Mineralwasserquelle. Wir nächtigten bei einer Privatzimmervermieterin die ihre beiden ehemaligen sehr großen Kinderzimmer mit großem Balkon vermietete. Eine besonders spannende Begegnung hatte Ares mit der Katze der Vermieterin. „Blacky“ lief nämlich nicht etwa von unserem großen Hund davon. Nein. Sie verfolgte ihn und fauchte ihn an. Als wir Abendessen gingen und beim Gartentor draußen waren fing sie sogar mit ihren Krallen  zwischen den Zaunstäben noch nach ihm. Abendessen holten wir uns beim einzigen Gasthaus im Ort, der Dorftwirt. Dieser hat sich mit einer Pizzeria „fusioniert“ und somit bestellten wir uns beide eine leckere Bausatz-Pizza.

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