Etappe 06 – Kobersdorf bis Krumbach

Auf geht’s zur vorletzten Etappe. Jetzt sind wir schon so schön „warmgelaufen“. Was soll da schon noch passieren? Dachten wir… Eigentlich hatten wir vor Antritt unseres Weitwanderweges beschlossen, dass wir um 05.00 Uhr früh losgehen, sollte es um die 30°C ansagen. In unserer Euphorie um die bisher so gut gelaufene Wanderung haben wir diesen Vorsatz leider vergessen.

Direkt an der Ruine Landsee vorbei

Der Tag startete wie bisher immer mit großartigen und verständnisvollen Gastgebern. Wir bekamen unser Frühstück aufs großzügige Zimmer. Unten in der Küche wäre Ares wohl ohnehin von der der Hauskatze „Blacky“ attackiert worden (siehe Etappe 05). Nachdem wir unsere Jause bei der Bäckerei und Fleischerei im Ort besorgt hatten, starteten wir um 06:55 Uhr los. Die Route nach Krumbach steigt sofort an und anfangs waren wir ca. einen Kilometer auf Asphalt unterwegs. Danach ging es weiter auf einer Forststraße („Judensteig“). Wir dachten eigentlich, dass es hier durch den Wald geht und wir Schatten haben. Der Forststraße fielen aber wohl leider viele Bäume zum Opfer und somit gingen wir schon in der Früh hauptsächlich in der Sonne. Der Anstieg dauerte bis zur Ruine Landsee. Dass man an so schönen Sehenswürdigkeiten vorbeikommt, gefiel uns an den Etappen des Zentralalpenweges 02 besonders. Wir kamen direkt unter der Ruine raus und gingen dann rechts weiter am Schlossfriedhof vorbei und entlang des „Mida Huber“-Wanderweges.

Verirrt im Wald

Der Wanderweg führte uns direkt durch den Ort Landsee hindurch. Nach dem Ort bogen wir rechts in einen Feldweg ab. Mittlerweile wurde es schon ziemlich heiß, obwohl wir erst 8 Kilometer hinter uns hatten. Somit machten wir eine Pause in der Wiese. Ein weiterer Nachteil von schwülem Wetter: Die lästigen Bremsen. Unsere Pause kürzten wir somit ab. Wir gingen weiter auf einem Feldweg in ein Waldstück hinein. Bei einer Kreuzung wo der Weg geradeaus oder in einer Haarnadelkurve nach hinten ging entschieden wir uns für geradeaus. Reini kam das aber doch nach kurzer Zeit komisch vor und kontrollierte nochmal die Karte. Wir waren falsch. Drehten um und nahmen die Haarnadelkurve. Wie sich aber bald herausstellte, führte auch dieser Weg nirgends hin außer in den tiefsten Wald auf steilem Gelände hinein. Ares fand das sehr interessant und wollte noch tiefer in den Wald hinein. Wir wussten, dass wir eigentlich gerade den Berg runter mussten. Aber der Wald war so dicht bewachsen und steil, dass „querfeldein“ einfach zu gefährlich gewesen wäre. Am anderen Ende des Waldes sahen wir ein Haus und beschlossen, dort hinzugehen um dann über die Straße nach Blumau zu gehen. Wir machten dadurch zwar einen Umweg, aber das war es uns wert.

Ab nach Niederösterreich!

Blumau liegt in einer Senke. Hier wechseln wir vom Burgenland wieder nach Niederösterreich. Es geht ein wunderschöner breiter Grenzbach mit einem tollen Zugang mitten durch den Ort. Selbstverständlich, dass wir das mit Ares nutzten damit er sich die nötige Abkühlung holen konnte. Bis zum Ortsende gingen wir auf der Asphaltstraße weiter bis sich links von uns eine extrem steile Wiese aufbaute an der unverkennbar der Wanderweg gekennzeichnet war. Einen so steilen Aufstieg hatten wir hier nicht erwartet. Zwar durch den Wald aber bei bereits hohen Temperaturen und extrem steilem Gelände wanderten wir weiter in Richtung unseres heutigen Zieles. Am Ende des Waldes kamen wir an einer Asphaltstraße heraus und sahen nur blitzblauen Himmel und sonnengelbe Felder. Eigentlich ja romantisch. Aber es war eben schon sehr heiß und am Weg auf der Straße wurde das nicht besser. Wir gingen in Richtung des Ortes Stang und beschlossen, dort eine längere Pause im Schatten zu machen. Wir merkten, dass auch Ares schon eine Pause von der Hitze gebrauchen kann. Wir fanden ein schattiges Plätzchen und freundliche „Stanger“ bei denen wir in der Garage unsere Wasserflaschen auffüllen durften.

Ein unvergleichliches Panorama

Von nun an führt unser Weg nach Krumbach nur noch über wenig befahrene Güterwege. Wenig befahren ist gut – asphaltierte Güterwege ist schlecht. Mittlerweile hatten wir knappe 30°C und wenig Schatten auf unserem Weg. Für eine längere Pause fanden wir ein wunderschönes Plätzchen neben einem „Marterl“ (Wegkreuz). Auch auf unserem weiteren Weg machten wir viele kleine Trinkpausen im Schatten. Wir gingen unseren Weg weiter der uns ein wunderschönes Panorama über die bucklige Welt bot. So sahen wir auch rund um uns die ersten Gewitter aufziehen. Wir hatten noch Glück und hatten den blauen Himmel über uns. Die Donnergeräusche schienen aber immer näher zu kommen. Da wir immer nur kurz durch kleine Orte durchgingen und dann wieder lange auf der Straße ohne Möglichkeiten zum Unterstehen unterwegs waren, entschlossen wir uns in Aigen hinter dem Feuerwehrhaus unsere Mittagspause zu machen. Das Feuerwehrhaus hatte ein großes Vordach und so würden wir von Regen und Gewitter geschützt sein.

Lang ersehnte Abkühlung

Tatsächlich regnete es etwas. Vom Gewitter blieben wir verschont. Der Regen kühlte die Luft angenehm ab und nach ca. 40 Minuten entschlossen wir uns weiterzugehen, um unser Ziel zu erreichen bevor sich weitere Gewitter bilden. Ares hatte große Freude mit den regennassen Wiesen und bei diesen Temperaturen ging es sich auch für uns viel leichter. Wir beschlossen, bis nach Krumbach durchzugehen, sollte nichts dazwischenkommen. Es dauerte nicht lange, da zogen die nächsten dunklen Wolken auf und hinter uns färbte sich der Himmel immer dunkler. Es war bereits der sechste Tag, aber so schnell marschierten wir wohl nicht mal am ersten. Hinter uns begann es immer lauter zu donnern. Wir schafften es gerade noch in den Krumbacherhof und hinter uns ging der Regen nieder. Punktlandung.

Unsere Empfehlung: Krumbacherhof

Auch hier in Krumbach trafen wir auf herzliche Gastgeber und Ares war willkommen und selbst im Gasthaus beim Abendessen erlaubt. Das Essen war ausgezeichnet, das Zimmer wunderschön und das Frühstück für den nächsten Tag wurde uns nicht in Rechnung gestellt. Wir haben ja dazugelernt und würden unsere letzte Etappe früher starten. In Krumbach erwartete uns noch ein weiterer riesiger Luxus: ein Supermarkt. Berni ging nach der heiß ersehnten Dusche „shoppen“. Eistee für Reini, Latella für Berni und Pastete für Ares – das war der reinste Luxus für uns nach diesen sechs Etappen.

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