Ganz spontan entschieden wir uns, die 10. Etappe in Angriff zu nehmen. Das Wetter zeigte sich freundlich, wir waren motiviert und Ares durfte auch wieder mit. Wir starteten direkt bei der Waldschule (Rosegger Waldheimat) am Alpl. Anfangs blieb uns ein anständiger Aufstieg nicht erspart. Wir marschierten voll motiviert und mit gewohnt zügigem Tempo auf dem Forstweg los. Bis der Forstweg aus war und wir anstanden. Nebenbei bemerkten wir, dass wir eigentlich auch schon lange keine Markierung am Weg gesehen haben. Das war aber auch bei den letzten Etappen oft so. Reini nahm die Karte zur Hilfe und stellte tatsächlich fest, dass wir schon vor 15 Minuten abbiegen hätten müssen. Also zurück. Die Abzweigung ging im 90°-Winkel vom Forstweg weg in den Wald und war absolut nicht beschildert. Erst im Wald fanden wir wieder Markierungen die uns bestätigten, dass wir richtig waren. Diese Strecke ist bestimmt nicht stark frequentiert, da sie eher eine Verbindungsstrecke darstellt die wohl hauptsächlich von den wenigen Weitwanderern begangen wird. Dennoch wär es wichtig solche schlecht einsehbaren Abzweigungen genügend zu markieren.
Viel Wald in der Waldheimat und ein Grundbesitzer der keine Wanderer mag
Die Strecke an sich bot keine sonderlichen Highlights. Die meiste Zeit waren wir auf Waldwegen unterwegs. In der Etappen-Beschreibung des Alpenvereins wird von einem großen Jagdanwesen geschrieben an dem man vorbeigeht. Leider hat sich herausgestellt, dass dieser Jäger in der Nähe seines Anwesens keine Wanderer will (gelbes Warnschild: „Privatgrund, Betreten verboten“) und noch dazu (laut rotem Warnschild) einen bissigen Hund hatte. Was blieb uns da anderes übrig, als die Warnung ernst zu nehmen und zu einem parallel verlaufenden Waldweg 100 Meter unterhalb der eigentlichen Strecke durch dichtes Gebüsch abzusteigen. So bot sich auf unserer ersten Jubiläums-Etappe (10.) wieder ein bisschen Action.
Der hat bestimmt keinen Hund
Der Weg war ebenfalls sehr gut zu gehen und wir scherzten schon darüber, dass es da bestimmt keinen Hund gäbe und das nur zur Abschreckung dienen sollte da hörten wir den besagten Wächter schon laut bellen. Wir hörten dass er hinter uns war und immer näher kam doch dann auch gleich den Besitzer der bereits nach ihm rief. Bernis Puls schoss in die Höhe während Ares das Gebell nicht sonderlich beeindruckte.
Auf den Spuren der Pilger
Wieder zurück am richtigen Wanderweg der auch der Mariazeller Weg 06 war, ging es etwas weniger actionreich weiter in Richtung Schanz. Der Schanzsattel ist eine Passstraße in den Fischbacher Alpen die auch eine wichtige Verbindung zwischen dem Ort Fischbach und dem Mürztal darstellt. Dort angekommen gönnten wir uns eine Erfrischung im Gasthaus zur Schanz. Kurz danach suchten wir uns ein gemütliches Plätzchen am Waldrand um unsere Jause auszupacken. Bei solchen Wanderungen profitiert auch Ares von der leckeren Jause (immerhin muss er auch Kräfte für den weiteren Tag sammeln). Es folgte ein weiterer Anstieg zur unscheinbaren Herrenalm und weiter über Knappensattel und Reschenkogel. Hier ging es bereits recht eben dahin. Der Pilgerweg wird hier immer wieder durch aufgestellte Kreuze und ausrangierte auf der Strecke gelassene Wanderschuhe sichtbar. Es ist auch zwischendurch ein schönes Gefühl auf Wegen zu wandern die von so vielen begangen werden und eine so besondere Bedeutung haben.
Unser Ziel für diese Etappe nennt sich „Am Straßegg“ wo das Almgasthaus Stroßeggwirt den Endpunkt darstellt. Die letzten 20 Minuten bis zum Ziel ging es nur noch bergab. Wir waren schon etwas müde aber zufrieden als wir das Dach des Wirtshauses schon von weitem sehen konnten. Der Stroßeggwirt ist ein uriges Gasthaus in dem man sich sofort wohlfühlt. Das liegt bestimmt auch am freundlichen Wirt. Leider war eine Nächtigung hier nicht notwendig, da wir abgeholt wurden. Diese soll angeblich nämlich sehr zu empfehlen sein. Nach einem kalten Belohnungs-Bier ging es mit Vorfreude auf die nächste Etappe ab nach Hause.
Etappe 10: Alpl bis Am Straßegg
Sonntag, 13.09.2020
Alpl bis Am Straßegg
27 Kilometer