Etappe 01 – Hainburg/Donau bis Parndorf

Wir haben uns dazu entschieden, dass wir bereits am Sonntag nach Hainburg anreisen und dort nächtigen um am Montag gleich durchstarten zu können. Wir haben das Hotel „Zu den 3 Raben“ gebucht. Zum Hotel gehört ein Gasthaus in dem wir gemeinsam mit Ares Abendessen gehen durften. Im großen historisch anmutenden Zimmer hatten wir drei genügend Platz und fühlten uns sehr wohl. Den Abend nutzten wir noch für eine kleine Runde durch die Stadt. Sehr interessant ist in dieser Region die Geschichte aus der Römerzeit. Hainburg lag im Einzugsgebiet von Carnuntum. Der Hauptstadt der römischen Provinz Pannonien.

Unsere erste Etappe auf dem Zentralalpenweg 02 starteten wir um 06:00 Uhr. Tief und fest geschlafen haben wir ohnehin nicht und so konnten wir ohne Stress abchecken wie schnell (oder langsam) wir wirklich unterwegs sein würden. Immerhin legten wir noch nie so viele Kilometer in so vielen Tagen nacheinander zurück.

Wandern in der ehemaligen römischen Provinz Pannonien

In Hainburg an der Donau steht am Hauptplatz (leider sehr unscheinbar) der Weitwegstein von dem aus unser Weitwanderweg startet. Von dort aus gingen wir durchs historische Fischertor runter zum Bahnhof Hainburg und folgten vorerst der Beschilderung des Jakobsweges der Donaulände entlang.

Der erste Ort den wir danach durchwanderten war Bad Deutsch-Altenburg. Dort steht das beeindruckende Museum Carnuntum das in seinem Aussehen an eine große Villa in der Toscana erinnert. Vorbei am Kurpark und der Kuranstalt verließen wir den Kurort wieder in Richtung Petronell-Carnuntum. Dort gingen wir am Sportplatz vorbei in Richtung Heidentor. Das Heidentor beeindruckte uns sehr, da man das römische Monument bereits von weitem erkennt. Nachdem es so ein schönes Fleckchen war machten wir hier unsere erste Pause. Da wir bereits zwei Stunden unterwegs waren und noch nichts gefrühstückt hatten, war es für Berni höchste Zeit. Berni neigt ansonsten leicht dazu „hangry“ (hungry + angry) zu werden. An diesem Tag hatten wir ziemlich starken Wind und vor allem bei unserer Pause hat es uns teilweise fast verblasen. Wir aßen anständig und auch Ares durfte natürlich ein bisschen mitnaschen.

Ares‘ ganz persönlicher Hasenstress

Beim Heidentor gingen wir links weiter und kamen nach einiger Zeit vorbei am Figurenfeldstück „Schmerzhafte Mutter Gottes“. Warum wir das so genau wussten? Reini hat sich perfekt auf unseren Weitwanderweg vorbereitet und sich markante Punkte extra rausgeschrieben. Außerdem weiß er, wie wissbegierig Berni auf solchen Touren immer ist und hat sich daher die Schutzpatronen zahlreicher Kirchen an denen wir vorbeigehen würden rausgesucht. Weiter an vielen vielen Windrädern vorbei begegneten wir gefühlt tausenden Hasen auf unserem Weg. Das fand Ares natürlich besonders interessant und er hatte den reinsten Stress um jeden einzelnen Hasen auch ausreichend zu erschnüffeln.

Tschüss Niederösterreich – Hallo Burgenland

Wir querten schließlich die Obere Hauptstraße bei Rohrau (Geburtsort von Komponist Joseph Haydn) und tauchten an der niederösterreichisch-burgenländischen Grenze in einen Dschungel ein. Wenn Reini sich den Weg nicht so genau angesehen hätte und die Tafel nicht eindeutig hineingezeigt hätte, dann wären wir da nicht durch. Es war ein Weg auf ca. einem Kilometer Länge der so dicht bewachsen war, dass wir teilweise nicht mal wussten, ob wir überhaupt noch am Weg waren. Wir waren froh, als es schließlich lichter wurde und wir direkt bei der Brücke über die Leitha herauskamen. Mit dem Überqueren der Leitha wanderten wir nun weiter im Burgenland.

Es folgten lange Feldwege zwischen unendlichen Feldern. Man mag vielleicht meinen das Wandern durch die ebenen Teile Österreichs sei nicht so interessant als auf den Bergen. Man soll sich aber nicht täuschen. Die historischen Städte, die unendlich langen Felder, die zahlreichen Windräder usw. machen diese Gegend ebenfalls zu etwas ganz Besonderem und man sollte auch eine solche Wanderung mal erlebt haben. Außerdem haben wir noch nie so viele Hasen gesehen! Zwischen den Feldern machten wir auf einem gemütlichen Wiesenfleck nochmals eine Pause. Wir waren begeistert und stolz wie rasch wir vorankamen. Bis nach Parndorf würden es nur mehr ca. 1,5 Stunden sein und immerhin war es erst 11.30 Uhr. Doch diese letzten Kilometer sollten sich ziemlich ziehen…

Voll illegal zwischen Rapsfeldern unterwegs

Weiter den Feldwegen entlang wussten wir: Ab jetzt müssen wir immer geradeaus. Plötzlich standen wir aber vor einem Schranken mit der Tafel „Zutritt für nicht firmenbeschäftigte verboten“. Weit und breit keine Markierung oder Tafel. Aber da es im Wanderführer des Alpenvereins so stand, gingen wir diesen Weg weiter. Es war der Richtige. Aber es sollte schon darauf hingewiesen werden, ob man hier nun gehen darf oder nicht. Ansonsten müsste sich der Alpenverein für diesen Abschnitt eine andere Route überlegen. Unsere Euphorie die wir noch von der Pause mitnahmen verschwand schnell als wir die Autobahn in weiter Ferne sahen und wussten, diese müssen wir queren. Wenn man das Ziel schon so lange vorher vor Augen hat und eher eintönig immer mit Blick auf dieses Ziel entlang geht, können sich drei Kilometer anfühlen wie 13. Und so gingen wir 45 Minuten lang mit Blick auf die Autobahn ehe wir sie endlich erreichten. Gleich danach ging es uns ähnlich mit dem Kirchturm von Parndorf (Kirche Hl. Ladislaus) der uns schon von Weitem entgegen strahlte.

Appartement Gabi – perfekt für Weitwanderer

Immerhin kamen wir bereits um 13:10 Uhr in Parndorf an. Wir hatten das Appartement Gabi gebucht, das nur ein Stück in den Ort hinein lag. Wir konnten auf anderem Weg bei aller Recherche keine vernünftige Unterkunft die am Weitwanderweg liegt finden. Und so entschieden wir uns, auf AirBnB zu buchen. Mit Gabi hatten wir ein echtes Glück. Sie vermietet dort die ehemalige Wohnung ihrer Eltern und hätte uns sogar abgeholt oder uns Lebensmittel gekauft. Im Appartement selbst hatte sie für alle Fälle einige Notrationen wie Fertignudeln, Kaffee, Tee, Joghurt usw. Wir waren also bestens versorgt.

Da wir abends nicht mehr essen gehen wollten um uns und Ares die verdiente Ruhe zu gönnen, versuchten wir unser Glück beim Landhaus Parndorf. Und voilá! Wenn die Corona-Pandemie einen Vorteil hat, dann dass zahlreiche Gasthäuser Lieferdienste bzw. ihre Speise zur Abholung anbieten. So bestellten wir uns ein leckeres Abendmenü, Reini ging die 5 Minuten zum Gasthaus um es zu holen und wir aßen gemütlich in unserem geräumigen Appartement.

Vor dem schlafen gehen wurden noch schmerzhafte Druckstellen behandelt und Berni checkte ab, welche Zehen wohl am nächsten Morgen schon abzukleben wären um Blasen zu vermeiden.

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